Ein Jubiläum unter besonderen Bedingungen

Sommerblut Festival 2021
Foto: Sommerblut
Sommerblut Festival 2021
Foto: Sommerblut

20 Jahre Sommerblut Kulturfestival

Zum Auftakt des diesjährigen Sommerblut Kulturfestivals ist es Leiter Rolf Emmerich ein Anliegen, die Wichtigkeit der Kultur zu betonen: Kultur sei als Nahrung der Seele systemrelevant. Auch der Themenschwerpunkt „Natur“ treffe den Nerv der Zeit. Außerdem ist Emmerich stolz, dass sie die Schriftstellerin, Bloggerin und Slam-Poetin Ninia LaGrande Botschafterin des 20. Festivals gewinnen konnten.

Nachdem das Sommerblut-Festival bisher in einem überschaubaren Zeitraum stattfand, erstrecken sich die Beiträge dieses Jahr von Anfang Mai bis zum Ende des Jahres. Weil ein Spielen vor Live-Publikum nicht möglich ist, finden die ersten Veranstaltungen online statt. Dafür haben die Verantwortlichen den virtuellen Raum Gather Town geschaffen, eine eigene Welt mit Bühne, Loungebereich und Ausstellungsräumen. Am 7. Mai eröffnete das Festival der Multipolarkultur. Bereits seit dem ersten Wochenende können Interessierte die Fotoausstellung „Bewegte Körper“ und die Ausstellung von Johannes Grammel sowie „Anthropozän“ besuchen.
Die Jubiläumsfeier zu 20 Jahren Sommerblut fand in der Kölner Philharmonie statt. Unter dem Motto „Kultur.Natur.Begegnung“ feierte man 20 „mutige, berührende und leidenschaftliche Jahre“. Den Abend moderierten ChrisTine Urspruch und Ralph Caspers. Mitwirkende waren unter anderem das Wiener Gemüseorchester, Helmut Zerlett und Band sowie die Klezmer Tunes. Zum Abschluss des digitalen Programms findet am 24. Mai die Mad Pride statt: eine Fahrt durch die Stadt abgerundet durch Konzerte und einer Diskussionsrunde darüber, wie barrierefrei der Zugang zur Natur ist.

Wie jedes Jahr erwartet das Publikum eine Bandbreite an verschiedenen Stücken. Producing Sybille fragen sich in ihrem Stück „Otherhood“, ob Elternschaft von der Natur bestimmt ist? Ist es das Natürlichste, was es gibt? Das Kollektiv Behrmann/Koch/Mielich lädt Sie in „Besser Sterben“ zu einer Kaffeefahrt mit dem Tod ein. „Sehen Sie es als kostenlose Bestattungsvorsorgeberatung“, denn nichts ist natürlicher als der Tod. In „Unter Wasser Lächeln“ sprechen fünfzehn Betroffene über ihr Leben mit Depressionen. Barbara Wachendorf möchte das Thema aus der Tabuecke holen und fragt: „Welche Bedingungen brauchen Menschen, um ein gutes Leben zu führen?“ Im CircusDanceFestival: Female* circus verbinden drei filmische Beiträge über die britische Performerin Laura Murphy und die Luft Akrobatin Chloé Moglia die Sicht auf den weiblich* gelesenen Körper. In Gather Town zu sehen, ist „Natur & Wahrheit?“: nicht-binäre Menschen und Frauen* diskutieren über die Rollenbilder und unsere Gesellschaft. Das künstlerische Forschungsprojekt empathic approach macht mit einer Verbindung aus zeitgenössischem Tanz und Installation auf die weltweit stattfindende Unterdrückung von Frauen aufmerksam. In Zusammenarbeit mit dem Theater im Bauturm entsteht der Audiowalk „Biotopia.EinMyzel“. Der mulitperspektivische Spaziergang führt die Teilnehmer*innen in den äußeren Grüngürtel und lässt menschliche wie nicht-menschliche Akteur*innen sprechen. Die Projektgruppe Drugland präsentiert „Samsa – Aus dem Leben eines Ungeziefers“, die Verwandlung von Kafka in neuem Gewand. In dem Dokumentarfilm erzählen sechs Betroffene/Nutzer*innen von ihren Erfahrungen mit Drogen und wie sie als Ungeziefer der Gesellschaft betrachtet werden. „Urbane Oasen/Wildwuchs“ heißt das Jugendprojekt zum Klimawandel, das Fotos, Videos und Audioaufnahmen zu einer performativen Radtour vereint. „Ich war ein Mensch, der viel wusste und konnte und so weiter und jetzt bin ich etwas verteufelt, weil ich nicht mehr“ ist eine offene Schreibwerkstatt für Menschen mit Demenz. Aus den Gesprächen und Texten entsteht eine Audio-Video-Installation. Schuberts „Winterreise“ ist vielen bekannt. Frauke Meyer wirft mit einem inklusiven Ensemble einen neuen Blick auf die 24 Lieder. Ergänzt werden die Stücke mit Ausschnitten aus „Walden“ von Henry Thoreau. Fünfzehn männliche Jugendliche aus der JVA Wuppertal performen im Stück „Knockout“ zum Thema Vater. Ein inklusives Ensemble bestehend aus zwanzig Frauen mit und ohne Behinderung diskutieren im Stammheimer Skulpturenpark über Ausschluss und Diskriminierungserfahrungen.

Diese und noch viele andere interessante, inklusive Projekte sind für dieses Jahr geplant. Konkrete Daten sind absichtlich nicht angegeben, da sie sich coronabedingt immer wieder ändern können. Für mehr Informationen und den genauen Zeitplan schauen Sie bitte auf der Webseite des Festivals nach.

RJ

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Donnerstag, 20.05.2021

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Letzte Aktualisierung: 16.06.2021 16:30 Uhr     © 2021 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln