Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Rigoletto

Herzog von Mantua (Dmitry Korchak), Ensemble
Foto: Paul Leclaire
Herzog von Mantua (Dmitry Korchak), Ensemble
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Gilda (Anna Palimina), Rigoletto (Markus Brück)
Foto: Paul Leclaire
Gilda (Anna Palimina), Rigoletto (Markus Brück)
Foto: Paul Leclaire

Oper in drei Akten
Oper - Giuseppe Verdi

MUSIKALISCHE LEITUNG Duncan Ward, Gabriel Feltz, N.N.
INSZENIERUNG Katharina Thalbach
BÜHNE & KOSTÜME Ezio Toffolutti
LICHT Andreas Grüter
CHOR Rustam Samedov
DRAMATURGIE Birgit Meyer

Handlung:
Erster Akt
Auf einem der rauschenden Feste des Herzogs von Mantua denkt dieser an eine schöne Unbekannte, die er in der Kirche gesehen hat, wendet sich auf der Feier aber der Gräfin Ceprano zu, die er zu verführen gedenkt. Sein Hofnarr Rigoletto verspottet den ebenfalls anwesenden Ehemann der Gräfin und unterbreitet dem Herzog vor der Hofgesellschaft den Vorschlag, den Mann der Gräfin zu verhaften, um ihn aus dem Weg zu schaffen und die Gräfin zu entführen. Selbst die intriganten Höflinge sind über die Bösartigkeit des buckligen Narren entsetzt. Einer der Höflinge behauptet, Rigoletto habe eine Geliebte, die er allabendlich besuche. Es entsteht der Plan, die vermeintliche Geliebte des boshaften Narren - bei der es sich jedoch in Wahrheit um dessen Tochter Gilda handelt - zu entführen, um ihm einen Denkzettel zu verpassen. Schließlich erscheint der Graf von Monterone, dessen Tochter vom Herzog entehrt wurde. Rigoletto verspottet auch ihn und wird dafür vom Grafen mit einem Fluch belegt.
Auf dem Heimweg trifft Rigoletto in einer Sackgasse auf Sparafucile, der ihm seine Dienste als Mörder anbietet. Zu Hause erwartet ihn seine Tochter Gilda, die außer zum Kirchgang nie das Haus verlassen darf und auch nie ihren Familiennamen und ihre Herkunft erfahren durfte. Giovanna, Gildas Gesellschafterin, wird ermahnt, das Tor immer geschlossen zu halten, und Rigoletto bricht unruhig wieder auf. Der Herzog hat sich aber eingeschlichen und die Unbekannte aus der Kirche als Rigolettos Tochter erkannt. In einer schwärmerischen Begegnung stellt er sich ihr als armer Student vor, Giovanna aber drängt ihn zu gehen. Gilda sieht ihm von ihrem Balkon hinterher, aber die maskierten Höflinge kommen schon mit einer Leiter, um sie zu entführen. Rigoletto, der sie dabei antrifft, wird glauben gemacht, man entführe die Frau Cepranos. Auch er wird maskiert und hält noch selber die Leiter. Erst als er Gildas Rufen hört, wird ihm sein Irrtum klar, und er erinnert sich an Monterones Fluch.

Zweiter Akt
Im Palast ist der Herzog verärgert, dass seine heimliche Geliebte entführt wurde. Als die Höflinge, die Gilda immer noch für die Geliebte des Narren halten, ihm erzählen, man habe diese entführt und in sein Schlafzimmer gebracht, ist er begeistert und eilt zu ihr. Auf der Suche nach Gilda erscheint Rigoletto im Palast und fordert von den Höflingen Auskunft über das Schicksal seiner Tochter, aber sie weisen ihn ab. Hier singt er seine große Verzweiflungsarie "Cortigiani, vil razza dannata". Gilda kommt aus den Gemächern des Herzogs, und Rigoletto muss feststellen, dass seine Tochter nicht nur ein Entführungsopfer geworden ist, sondern sich auch in den Herzog verliebt hat. Als der gefangene Monterone vorbeigeführt wird, schwört Rigoletto - trotz der Bitten Gildas, dem Geliebten zu verzeihen - Rache für die beschmutzte Ehre seiner Tochter: "No, vecchio, t'inganni - un vindice avrai!".

Dritter Akt
Um seiner Tochter den Charakter des Herzogs zu offenbaren, besucht er mit ihr die Schenke des Mörders Sparafucile und zwingt sie dort zu beobachten, wie der als Offizier verkleidete Herzog ein Schäferstündchen mit Maddalena, der Schwester Sparafuciles, verbringt (Quartett "Bella figlia dell'amore"). Anschließend bittet er seine Tochter, als Mann verkleidet nach Verona zu fliehen, um den Nachstellungen des Herzogs zu entgehen, und beauftragt dann Sparafucile, den Herzog zu ermorden und ihm dessen Leiche in einem Sack zu übergeben. Als Sparafucile die Tat ausführen will, stellt sich ihm seine Schwester in den Weg und fleht um das Leben ihres Geliebten. Sparafucile lässt sich erweichen und beschließt (um Rigoletto einen mit einer Leiche gefüllten Sack übergeben zu können), den nächsten Mann, der zur Tür hereintritt, zu ermorden. Kurz vor Mitternacht betritt Gilda, die einen Teil des Gesprächs zwischen dem Mörder und seiner Schwester belauscht hat, als Mann verkleidet die Schenke, wird von Sparafucile erstochen und rettet so durch ihren freiwilligen Tod das Leben des Herzogs. Als Rigoletto im Morgengrauen erscheint, um den Sack mit der Leiche in Empfang zu nehmen, glaubt er schon, seine Rache sei gelungen. Plötzlich aber hört er die Stimme des Herzogs, der, ein Lied singend ("La donna è mobile"), die Schenke wohlbehalten verlassen hat. Erschrocken öffnet Rigoletto den Leichensack und hält seine sterbende Tochter im Arm. Der Fluch des Grafen Monterone hat sich erfüllt.

Zur Inszenierung:
In der Kölner Inszenierung von Katharina Thalbach soll ganz deutlich werden, dass Rigoletto, der Hofnarr des Herzogs von Mantua, kein Maß kennt und es immer zu weit treibt mit seinen Intrigen. Am Ende ist er selbst der Genarrte, ein durch tragisches Leide zur Einsicht gelangter: "Und ich weinte bittere Tränen unter der Maske des Narren!"


Zum Komponisten:
Verdis erste Oper "Oberto" wurde mit einem, für einen Anfänger, sehr beachtlichen Erfolg uraufgeführt und gelangte danach in einer Spielzeit noch 14 Mal auf die Bühne. Dies brachte Verdi einen Vertrag ein, wonach er sich noch zur Komposition von zwei weiteren Opern verpflichtete. Sein zweites Werk "Un giorno di regno" war ein solcher Misserfolg, dass der Komponist schon erwog, sich von der Opernbühne zurückzuziehen. Tatsächlich handelte es sich bei diesem Werk nicht um das beste Verdis, was aber vor allem an seiner privaten Situation lag. Verdis Frau und sein Sohn waren innerhalb kürzester Zeit beide gestorben, was ihm die Arbeit an einem komischen Sujet für "Un giorno di regno" ungeheuer schwer machte. Dem Libretto der Oper "Nabucco", das Verdi zufällig zugetragen wurde, ist es zu verdanken, dass er sich wieder an die Komposition einer neuen Oper machte. Tatsächlich gelang ihm mit diesem Werk, aus dem vor allem der "Gefangenenchor" berühmt wurde und bis heute als die insgeheime italienische Nationalhymne gilt, der große Durchbruch auf der Bühne der Mailänder Scala. Auch privat sollte sich sein Glück wieder einstellen, denn die weibliche Hauptpartie in "Nabucco" sang die damalige Primadonna Giuseppina Strepponi, eine junge Sopranistin, die Verdi zwar erst in hohem Alter ehelichen, doch schon seit den Probezeiten zu "Nabucco" lieben lernen sollte. Die zwei waren bis zu beider Tod ein sowohl privat als auch beruflich ideales Paar. Nun hatte sich Verdi einen Namen geschaffen, der über Mailands Grenzen weit hinausging. Ausnahmslos alle Werke, die er seitdem schuf, gelangten zu phantastischen Erfolgen. In den Augen der italienischen Bevölkerung wurde er zu dem Volkskomponisten schlechthin, und dies ist auch nicht weiter verwunderlich. Verdi, der ein zutiefst religiöser und integrer Mann war, suchte in den Stoffen seiner Opern stets nach Themen, die Missstände aufdecken sollten. Immer wieder stellte er von der Gesellschaft und vom Leben benachteiligte Charaktere dar, die er mit tiefem menschlichem Gefühl darstellte. Mit Werken wie "Rigoletto", "Der Troubadour", "La Traviata", "Aida", "Ein Maskenball" oder dem Spätwerk "Othello", das er mit nahezu 80 Jahren komponierte, schuf er Opern, die auch heute noch jeder kennt, und dessen Melodien auch den meisten im Ohr sind. "Der Gefangenenchor" aus "Nabucco", die Arie des Herzogs "Oh wie so trügerisch" aus der Oper "Rigoletto", "Holde Aida" aus "Aida" und der Triumphmarsch aus der gleichen Oper, all das sind Melodien, die schon fast ins volkstümliche Musikrepertoire übergegangen sind. Das aber, was vom Frühwerk bis zur Spätphase auffällt, ist die Sympathie des Komponisten für die Menschen aus dem Volk, für die, die aus eigener Schuld oder durch unglückliche Umstände vom Weg abweichen und von der feinen Gesellschaft missachtet werden. Als der Komponist im Alter von 88 Jahren starb, konnte er auf eine internationale Karriere zurückblicken, die ihresgleichen sucht. In allen bekannten Opernhäusern der Welt hatte er eigene Werke zur Uraufführung gebracht. Sein Tod führte in Italien zu einem wahren Trauersturm. Ein Komponist aus dem einfachen Volk für den einfachen Mann war gestorben.

Zur Entstehung:
Basierend auf Victor Hugos Schauspiel »Le roi s’amuse« schrieb Verdi den »Rigoletto« im Auftrag des berühmten Opernhauses La Fenice in Venedig. Die bevorstehende Uraufführung war im Frühjahr 1851 das Thema aller Musikliebhaber der Stadt. Doch wussten sie von der Musik der neuen Oper noch wenig. Verdi händigte dem Orchester erst wenige Stunden vor der Premiere die Noten für »La donna é mobile...«, der Kanzone des Herzogs im 3. Akt, aus.
Kaum war die glanzvolle Premiere am 11. März desselben Jahres zu Ende gegangen, trällerten alle Gondolieri der Lagunenstadt den neuen Schlager!

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Letzte Aktualisierung: 09.08.2020 19:30 Uhr     © 2020 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln