Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Barkouf oder ein Hund an der Macht

Matthias Klink | Tenor
Foto: Matthias Baus
Matthias Klink | Tenor
Foto: Matthias Baus

Offenbachs provokativste Oper, lange verschollen, kürzlich wiederentdeckt!
Oper - Jacques Offenbach

Libretto von Eugène Scribe und Henry Boisseaux
Musik von Jacques Offenbach (1819 – 1880)
Koproduktion mit der Opéra national du Rhin Strasbourg

Musikalische Leitung: Stefan Soltesz, Arne Willimczik
Inszenierung: Mariame Clément
Bühne und Kostüme: Julia Hansen
Licht: Nicol Hungsberg
Choreografie: Mathieu Guilhaumon

Solisten:
Matthias Klink (Großwesir Bababeck)
Bjarni Thor Kristinsson (Der Grossmogul)
Patrick Kabongo (Offizier Saëb)
Sunnyboy Dladla (Xailoum, Geliebter der Balkis)
Susanne Elmark, Sarah Aristidou (Maïma, junges Blumenmädchen)
Judith Thielsen, (Balkis, Orangenhändlerin)
Kathrin Zukowski (Périzade, Tochter des Bababeck)
Chor der Oper Köln
Gürzenich-Orchester Köln

Das Kölner Offenbach-Jubiläum zeitigt, kurz bevor es endgültig auf die Zielgerade einschwenkt, nach einer Vielzahl von musikalischen und publizistischen Reminiszenzen sowie nach einer begeistert aufgenommenen Produktion der „Grande-Duchesse de Gérolstein“ in der hiesigen Oper als ein zweites Beispiel aus dem fast unübersehbaren Schaffen des Komponisten für das Musiktheater die opéra bouffe „Barkouf ou un chien au pouvoir“. Tiere auf der Opernbühne sind eigentlich nichts Besonderes. Und gelegentlich kommen sie schon im Titel vor: Man denke nur an L. Janáceks „Schlaues Füchslein“. Warum also nicht auch ein Hund als Opernheld? Anfang 1855 hatte Offenbach bei den zuständigen Behörden offiziell um die Genehmigung nachgesucht, eine bereits bestehende kleine Spielstätte auf den Pariser Champs-Élysées, die „Bouffes-Parisiens“, mit eigenen Stücken bespielen zu dürfen. „Ich beabsichtige vor allem das Genre der italienischen Fantoccini, angepasst an den Geschmack des französischen Publikums, in Paris einzuführen und eine vollständig neue und einzigartige Art der Belustigung anzubieten. Diese soll derartig gestaltet sei, dass sie sowohl den gebildeteren wie auch dem breiteren Publikum gefällt.“ (R.O. Schwarz: Jacques Offenbach. 2019, S. 70). Wenige Monate später erhält Offenbach die erbetene Genehmigung und verfügt nun über eine eigene Spielstätte, unmittelbar gegenüber dem Haupteingang der Weltausstellung desselben Jahres gelegen, die zwischen dem 15. Mai und dem 31. Oktober 1855 fünf Millionen Besucher zählt. Für das eigene Haus und auf eigene Rechnung schreibt Offenbach in den nächsten Jahren eine große Zahl von knappen einaktigen Erfolgsstücken. Die Libretti stammen meist von Offenbachs „Lieblingslibrettisten“, dem aus einer bedeutenden Künstlerdynastie stammenden Ludovic Halévy (1834 – 1908). Daneben arbeitet er gelegentlich auch mit anderen Librettisten für andere Häuser. So entstand aus der Zusammenarbeit mit dem damals allerdings schon etwas „überholten“ Eugène Scribe (1791 –1861) für die ehrwürdige Opéra-comique - als erster Auftrag für dieses staatliche Haus - unser „Barkouf“, von dem der Autor des Offenbach-Artikels in der maßgeblichen Enzyklopädie „Musik in Geschichte und Gegenwart“ (MGG) allerdings feststellt, er sei „wenig erfolgreich“ gewesen, nicht zuletzt möglicherweise aufgrund einer wenig günstigen Besprechung durch den Komponisten und Musikkritiker H. Berlioz. „Zusammen mit einem jungen Mitarbeiter hatte [Scribe] sich bei einer bereits 1784 publizierten Erzählung bedient. Im fernen Asien schikaniert ein Großmogul sein Volk, indem er es zwingt, sich vor einem neuen Vizekönig niederzuwerfen: dem Hund Barkouf. Das erinnert ein wenig an den Gessler- Hut; der Stoff stammt nicht zufällig aus den Jahren vor dem Sturm auf die Bastille. Doch im Zweiten Kaiserreich des Neffen Napoleons schien selbst das zu gefährlich. Beinahe wäre das Stück von der Zensur verboten worden. Kabalen am Theater und gehässige Kritiker gaben Offenbachs Werk den Rest; nach nur acht Aufführungen verschwand es von der Bühne. Wiederentdeckt wurde die verschollen geglaubte Partitur erst vor wenigen Jahren“ (A. Gerhard, in: Opernwelt 2/2019, S. 4). In Straßburg, an der Opéra national du Rhin, erlebte das Werk kurz vor Beginn des Offenbach-Jahres gewissermaßen seine zweite Uraufführung. Das ist die Produktion, die nunmehr im Offenbach-Jubiläumsjahr selbst in Köln zu sehen ist.

Der Großwesir „Bababeck hat hochfliegende Pläne. Zum ersten will er seine unattraktive Tochter Périzade an den Mann bringen, damit sie zu Hause auszieht, um dann, zweitens, endlich das Dasein als verwitweter Single genießen zu können. Drittens hofft er, demnächst vom Großwesir zum Gouverneur aufzusteigen. Aber denkste! Der Großmogul ernennt stattdessen seinen Hund Barkouf zum neuen Regierungschef von Lahore. Wobei ... eigentlich gehört der Vierbeiner der jungen Floristin Maïma. Er entlief ihr, nicht ganz freiwillig, zusammen mit Maïmas zweibeinigem Freund Saëb. Dieser arbeitet mittlerweile bei der Palastwache des Großmoguls und soll Bräutigam der hässlichen Périzade werden. Bababeck ist nämlich in Besitz von Beweisen, die Saëbs Vater mit einem geplanten Anschlag auf den letzten Gouverneur in Verbindung bringen. Ein klarer Fall von Erpressung, dem Saëb nachgibt und das Eheversprechen unterzeichnet. Das Stück Papier muss allerdings durch den Gouverneur ratifiziert werden, was gar nicht so einfach ist. Dabei ist Maïma behilflich, die ihren Hund bei der Anreise des Großmoguls sofort wiedererkannt hat. Barkouf freut sich sehr, sein Frauchen zu sehen, was Bababeck dazu veranlasst, sie als Kammersekretärin und Dolmetscherin des Gouverneurs einzustellen. Die erste Amtshandlung besteht darin, Barkoufs Pfotenabdruck unter das Heiratsdokument zu setzen. Maïma ahnt nicht, dass sie damit den eigenen Verlobten mit Périzade zum Traualtar schickt. Bababeck triumphiert, zumindest für einen kurzen Augenblick. Denn im Anschluss bellt Barkouf für eine Senkung der Steuern und die Begnadigung eines Rebellen - sehr zum Missfallen von Bababeck, der den Köter nun schnellstmöglich aus dem Weg räumen möchte. Doch zunächst steht die Hochzeit von Tochter Périzade an. Als Maïma begreift, wer der zukünftige Gatte ist, kommt ihr das plötzliche Kläffen und Knurren des Hundes gerade recht: Der Gouverneur erhebt Einwände gegen die Eheschließung. Im letzten Akt dann wird ein Angriff der Tataren abgewehrt; Saëb erklärt seiner Maïma die Details der Zwangsehe, Barkouf überlebt einen Giftanschlag und bleibt bis zu seinem Tod der beliebteste Politiker des Landes.“ (H. Schon: Jacques Offenbach – Meister des Vergnügens. 2018, S.137)


Opéra-comique in drei Akten

Dr. Hans-Gerhard Neugebauer

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Letzte Aktualisierung: 23.09.2019 15:31 Uhr     © 2019 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln