Kölner Philharmonie

KölnChor

KölnChor | Lizenz: Creative Commons
Foto: Seelbach
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Neues Rheinisches Kammerorchester Köln
Konzert - Wagner, Mozart, Bruckner

Wolfgang Siegenbrink, Dirigent

Agnes Lipka, Sopran
Rena Kleifeld, Alt
Siyabonga Maqungo, Tenor
Thomas Lask, Bass


Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)
Ouvertüre h-Moll "Die Hebriden oder Die Fingals-Höhle" op. 26 für Orchester

Felix Mendelssohn Bartholdy hat als junger Mann aus gutem Hause – wie sich das damals gehörte – die Welt bereist, um sich zu bilden. Unter anderem war er in Schottland: mit seinem Freund Karl Klingemann besichtigte er im Juli 1829 die Fingals-Höhle auf der Insel Staffa, die zu den Hebriden gehört. Klingemann berichtete: „Staffa, mit seinen närrischen Basaltpfeilern und Höhlen, steht in allen Bilderbüchern; wir wurden in Boten ausgesetzt und kletterten am zischenden Meere auf den Pfeilerstümpfen zur sattsam berühmten Fingals-Höhle. Ein grüneres Wellengetose schlug allerdings in eine seltsamere Höhle – mit seinen vielen Pfeilern dem Innern einer ungeheuren Orgel zu vergleichen, schwarz, schallend und zwecklos für sich allein daliegend – das weite graue Meer darin und davor.“ Die Fahrt zu der der schottischen Westküste vorgelagerten Inselgruppe der Hebriden bildete in Mendelssohns Schottlandreise zweifelsohne den Höhepunkt. Die Stätten der Ossian-Gesänge aufzusuchen, die der Dichter James MacPherson 1761 und 1763 fälschlicherweise als gälische Originale herausgegeben hatte, gehörte auch 1829 noch zum festen Bestandteil einer Bildungsreise durch Europa. Neben unzähligen Landschaftszeichnungen der Inseln entwarf Mendelssohn auf der Insel Mull auch eine musikalische Skizze, die er einem Brief nach Berlin beifügte; dabei handelte es sich um die ersten 21 Takte der Hebriden-Ouvertüre, deren wellenförmiges Hauptmotiv mit der Wellenbewegung des Wassers verglichen wurde. Interessanterweise verzichtete der Komponist in seinem 1832 erstmals gespielten Werk auf Anklänge an volkstümliche schottische Musik, gegen die er eine Abneigung empfand.
Spieldauer: ca. 10 Min.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Missa C-Dur KV 317 (1779)
für Soli, Chor und Orchester
"Krönungsmesse"

Im Januar 1779 nahm Mozart seinen Dienst als Hoforganist des Salzburger Erzbischofs Hieronymus Graf Colloredo auf, den er bis zu seiner Reise nach München im November 1780 versah. In diesen beiden Salzburger Jahren entstand auch die Messe in C-Dur KV 317, die wohl ebenfalls zu Mozarts volkstümlichsten Kirchenkompositionen gehört und darüber hinaus zu den bekanntesten Messvertonungen überhaupt. Die Bezeichnung „Krönungsmesse“ findet sich allerdings erst im Jahre 1873. Wie so viele andere populär gewordene Werktitel hat also auch Mozarts „Krönungsmesse“ ihren Namen der Nachwelt zu verdanken. Bereits im kurzen, ouvertürenhaften „Kyrie“ mag der plötzliche Übergang vom festlich geprägten Duktus des Eröffnungschors, der die Assoziation an eine Krönungsfeierlichkeit erleichtert haben mag, zur lyrischempfindsamen Melodik der Solostimmen den Hauptgrund für die allgemein verständliche Sprache des Werkes zu liefern. Das „Christe eleison“ stellt dann - auf zwei Takte reduziert - lediglich eine Mollvariante des liedhaften Duetts zwischen Sopran- und Tenor-Solo dar. Im „Gloria“, das durchgehend im dreiviertel-Takt gehalten ist, steht das Solistenquartett meist geschlossen dem Chor gegenüber. Auch im „Credo“ haben die Solisten wenig Raum zur Entfaltung. Den einzigen Ruhepunkt in der rondoartigen Anlage bildet das harmonisch freie „Et in carnatus est“. Das rein chorisch besetzte „Sanctus“ erweist sich mit seiner Tempobezeichnung und dem punktierten Rhythmus in enger Verwandtschaft mit dem „Kyrie“. Im Kontrast dazu st6eht das gelöst heitere Soloquartett im „Benedictus“. Mit einer Vorwegnahme der Arie „Dove sono“ (aus „Die Hochzeit des Figaro“) beginnt das „Agnus Dei“ An diese Sopran-Arie schließt sich das „Dona nobis pacem“, eine Erinnerung an den lyrischen „Kyrie“-Mittelteil, an. Charakteristisch für Mozarts Messe KV 317 sind die sinfonischen Elemente. Solostimmen und Chor werden sehr deutlich voneinander getrennt.
Spieldauer: ca. 30 Min.

Richard Wagner (1813 - 1883) / Felix Josef Mottl (1856 – 1911)
Fünf Gedichte WWV 91A (1857–58)
für Frauenstimme und Klavier, instrumentiert für Frauenstimme und großes Orchester von Felix Josef Mottl. Texte von Mathilde Wesendonck
"Wesendonck-Lieder"

Die fünf Lieder auf Texte von Mathilde Wesendonck, mit der Wagner während seines Zürcher Exils eine leidenschaftliche Beziehung hatte, entstanden in den Monaten November 1857 bis Mai 1858. Es war dies eine Zeit, die ansonsten ausgefüllt war mit der Konzeption und der Ausführung großer Opern und Musikdramen. Wagner arbeitete damals am „Fliegenden Holländer“ ebenso wie am „Siegfried“. Noch wichtiger allerdings ist die Beziehung dieser Lieder zum wenig später entstehenden „Tristan“. Die Lieder sind zum einen Ausdruck einer menschlichen Begegnung, die den Komponisten tief berührte. Zum anderen nehmen sie aber auch eine zentrale Stellung in Wagners Werk ein, als „Ahnung, Entwurf und Skizze einer neuen musikalischen Welt, die sich dem Komponisten in konkreten Klängen und Motivgestalten ankündigte, ehe er noch ihren Umriss und ihre Dimensionen ermessen konnte“ (Oehlmann). Das erste Lied „Der Engel“ („In der Kindheit frühen Tagen“) ist eine poetische Schwärmerei in der Stimmung des „Lohengrin“. Die Melodie wird von schwebenden Harmonien begleitet, die die Vision der vom Himmel in der Gestalt eines Engels herabschwebenden Geliebten („Ja, es stieg auch mir ein Engel nieder“) musikalisch verdeutlichen. Meditativ ist das zweite Lied „Stehe still“ gehalten („Sausendes, brausendes Rad der Zeit“) mit einer wohl durch die Philosophie Arthur Schopenhauers inspirierten Gegenüberstellung von Bewegung und Ruhe, von Werden und Sein, von Wollen und wunschloser Glückseligkeit. Das dritte Gedicht „Im Treibhaus“ („Hochgewölbte Blätterkronen“) entfaltet das Bild exotischer Pflanzen, die in der Gefangenschaft des Gewächshauses klagen. Seine Vertonung nimmt das Thema vorweg, das im Vorspiel zum dritten Akt des „Tristan“ die Verlassenheit des sterbenden Helden ausdrückt. Auch das vierte Lied „Schmerzen“ („Sonne, weinest jeden Abend“) kann als eine „Studie zu ‘Tristan und Isolde’“ gelten, enthält es doch als Leitmotiv die grelle Dissonanz der großen Septime, die im „Tristan“ als Motiv des den Liebenden feindlichen Tages wiederkehrt. Im letzten Lied „Träume“ („Sag, welch wunderbare Träume“) wird noch einmal der Zauber der Nacht beschworen. Der österreichische Dirigent und Komponist Felix Mottl, der vor allem als Dirigent Wagnerscher Werke große Bedeutung erlangte, fertigte eine Orchesterfassung der ursprünglich zur Klavierbegleitung komponierten Lieder an, welche im heutigen Konzert zur Aufführung kommt.
Spieldauer: ca. 24 Min

Anton Bruckner (1824 – 1896)
Te Deum C-Dur WAB 45 (1881/1883–84)
für Soli, vierstimmig gemischten Chor, Orchester und Orgel

Das knapp halbstündige „Te Deum“ für Soli, vierstimmigen gemischten Chor, Orchester und Orgel ist das größte geistliche Werk des österreichischen Komponisten Anton Bruckners aus seiner reifen Wiener Zeit und zugleich eines seiner letzten. Wahrscheinlich wurde sein kürzestes Chorwerk von Joseph Hellmesberger angeregt, der 1879 auch ein Streichquintett in Auftrag gegeben hatte. Seine Arbeit am „Te Deum“ begann Bruckner im Mai 1881 „aus Dankbarkeit gegen Gott, weil es meinen Verfolgern noch immer nicht gelungen ist, mich umzubringen“. 1883 entstand eine zweite, umfangreichere Fassung, die nun die große Schlussfuge enthielt; sie wurde im März 1884 vollendet und am 2. Mai 1885 in Wien mit zwei Klavieren statt Orchester unter der Leitung Bruckners voraufgeführt. Die Uraufführung der Orchesterfassung fand in Wien am 10. Januar 1886 unter Hans Richter statt. Gegen Ende seines Lebens wurde das „Te Deum“ Bruckners meist gespieltes Werk. Er selbst legte später dem Finale seiner 9. Sinfonie, die er „dem lieben Gott“ widmete, das kraftvolle Quart-Quint-Motiv des „Te Deums“ zugrunde. Als er spürte, dass er den Schlusssatz der Sinfonie nicht mehr würde zu Ende bringen können, verfügte er, dass bei Aufführungen an die drei vollendeten Sätze seiner „Neunten“ das „Te Deum” als Finale angehängt werden sollte. Dadurch schließt Bruckners sinfonisches Schaffen ähnlich wie das von Beethoven mit einem Chorsatz. Das „Te Deum“ wurde von Anton Bruckner als „Stolz meines Lebens“ bezeichnet: „Wenn mich der liebe Gott einst zu sich ruft und fragt: ‚Wo hast du die Talente, die ich dir gegeben habe?‘, dann halte ich ihm die Notenrolle mit meinem Te Deum hin, und er wird mir ein gnädiger Richter sein.“ Einer, der Bruckners „Te Deum“ sehr treffend kommentierte, war Gustav Mahler, der in sein Exemplar der Partitur anstelle des Untertitels „für Soli, Chor und Orchester” die Worte schrieb: „für Engelszungen, Gottsucher, gequälte Herzen und im Feuer gereinigte Seelen“. Das „Te Deum“ Bruckners ist ein Meisterwerk der Chorliteratur, das von einem riesigen Orchester begleitet wird. Deshalb muss der Chor auch groß und stimmgewaltig sein, um mit dem Orchester konkurrieren zu können. Die Stimmführung ist vielfach choralartig und homophon geführt, dazu kommen die für Bruckner typischen Dynamikwechsel. Die über weite Strecken sehr schlicht gehaltene Einfachheit des Chorsatzes kontrastiert mit der sehr komplexen Orchesterbehandlung und den raffinierten Solostimmen. Im Schlussteil des Werkes zitiert Bruckner sich selbst: hier erklingt der Choral aus dem Adagio seiner siebten Sinfonie zunächst von den Blechbläsern, später im Chor zu den Worten „non confundar in aeternum“ (In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden) als Bekräftigung. Der Aufbau des Werkes besteht aus folgenden Teilen: 1. Te Deum laudamus; 2. Te ergo quaesumus; 3. Aeterna fac cum sanctis tuis; 4. Salvum fac populum tuum; 5. In te, Domine, speravi;
Spieldauer: ca. 30 Min
Christoph Prasser

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Letzte Aktualisierung: 08.07.2020 19:30 Uhr     © 2020 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln